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Herren Landesliga Süd, 13.03.2010, 19:30 Uhr, Paartal-Halle Kissing
Kissinger SC – HSG Kirchheim/Anzing 33:35 (17:21)
In einem Spiel mit Höhen und Tiefen entführt die HSG Kirchheim/Anzing zwei Punkte aus Kissing
[fs] Dramatisch, turbulent, hitzig, rassig, hart und grenzwärtig – oder einfach nur ein gutes Handballspiel – man könnte noch viel mehr Attribute finden, die die Landesligapartie zwischen dem Kissinger SC und der HSG Kirchheim/Anzing umschreiben. Wer sich am Samstag Abend in der Paartal-Halle in Kissing einfand, sah nicht nur einen 33:35-Auswärtserfolg der HSG Kirchheim/Anzing, sondern vor allem ein Bad der Emotionen.
Die rein sportlichen Fakten wurden dabei fast zur Nebensache. Die HSG begann stark. Vor allem Michael Neubauer und Fabian Fiedler kamen sofort in die Partie. Ersterer erzielte gleich 3 der ersten 4 Tore der HSG, der Torhüter parierte sofort einen Strafwurf. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie auf hohem Niveau. Erst Mitte der ersten Halbzeit konnte sich die HSG langsam absetzen. Aus einem 9:11 wurde ein 17:21 bis zur Halbzeit. „Wir haben in der ersten Hälfte kaum Fehler gemacht“, analysierte Co-Trainer Theo Haberthaler nach der Partie. „Eigentlich hätte wir zum Seitenwechsel bereits höher führen müssen. Wir hatten nur gegen Ende der Halbzeit ein paar Unkonzentriertheiten in der Abwehr.“ Dafür kamen die Spieler von Coach Fadil Kqiku mit noch mehr Motivation aus der Kabine und spielten sich in einen Rausch. Innerhalb von 10 Minuten schoss man eine 10 Tore Führung heraus. „Die erste Halbzeit war bereits eine unsere Besten in der laufenden Saison“, meinte Theo Haberthaler. „Die ersten 10 Minuten in der zweiten Hälfte aber waren schlicht perfekter Handball.“ In der Tat wurde das Heimteam regelrecht überrollt. Zwar waren die Gäste aus Kirchheim, gerade in dieser Phase, auch mit mehreren Überzahlsituationen begünstigt, „aber dennoch haben wir sowohl in Angriff, wie auch in der Abwehr immer die richtige Entscheidung getroffen“, so Theo Haberthaler. Umso unerklärlicher, was sich dann im letzten Drittel der Partie abspielte.
Die Stimmung in der Halle war schon im ersten Spielabschnitt grenzwärtig, reduzierte sich aber weitestgehend auf eine kleine Gruppe pöbelnder Fans, vom Niveau her der Wortwahl und dem Verhalten in der Bobinger Halle vor zwei Wochen nicht unähnlich. In der zweiten Hälfte aber schlugen dieser Hass und diese Emotionen sowohl auf den Rest der Zuschauer, wie auch auf das Spielfeld über. Die Schiedsrichter aus Memmingen pfiffen konsequent die harte Gangart und bestraften stets progressiv und richtig. Trauriger Höhepunkt war eine vollkommen berechtigte rote Karte gegen einen Kissinger Spieler Mitte der zweiten Halbzeit, der Robin Engl der Ellbogen ins Gesicht rammte. Dennoch blieben manche Entscheidungen unglücklich. „Dass bei so einer Partie die Emotionen hoch kochen können, ist ganz normal. Schade ist, dass sich das auf die Spieler übertragen hat“, meinte Co-Trainer Haberthaler dazu. Die Kissinger Gangart wurde ruppiger und die HSG ließ sich davon beeindrucken. Mit jedem Tor das der Gegner aufholte, wurde die Mannschaft nervöser. „Im Angriff und auch in der Abwehr ist uns plötzlich nicht mehr viel gelungen.“ Das lag auch daran, dass Coach Fadil Kqiku das Wechseln einstellte und versuchte, die Partie mit den gleichen Sieben zu Ende zu spielen. „In der ersten Halbzeit haben wir konsequent durchgewechselt. Da hat sich unsere Kraft raubende Art zu spielen noch nicht so bemerkbar gemacht. Gegen Ende des Spiels allerdings waren die Spieler einfach auch am Ende“, so Theo Haberthaler. „Manchen hätte eine Pause gut getan.“
Erst mit dem Tor zum 32:35 von Markus List eine halbe Minute vor Ende, stand der hart erkämpfte Sieg fest. Theo Haberthalers Fazit fiel gemischt aus: „Hätten wir die Leistung der der ersten 40 Minuten gehalten, hätten wir das Spiel mit 10-15 Toren gewinnen können. So muss man dem Gegner für seine Moral ein Kompliment aussprechen.“
HSG Kirchheim/Anzing: Fabian Fiedler, Florian Sinseder (Tor); Paul Hoffmann (2), Robin Engl (3), Fabian Heck (2), Max Haberthaler (4), Markus List (4), Henner Görtz (4/3), Michael Neubauer (6), Manuel Fischer (7/1), Alexander Siegmund (3/2), Fabian Welser, Kay Hoffmann;
Kissinger SC: Metzger, Fischer (Tor); Nyitrai 7, Füsi 7, König 7/1, Sumperl 4, Reichel 4/2, Sedlmeyr 2, Büschel 1, Schmidmeier 1/1, Furtmeier, Huber
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