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11 Feb
Herren 1 -Regionalliga
Niederlage in Regensburg
Der SV Anzing reiste am Samstagabend mit äußerst schwierigen Voraussetzungen zum Tabellenführer SG Regensburg. Neben dem langzeitverletzten Torhüter Tobias Baumann fehlten mit Sebastian Erber, Jakob Rappolder, Kreshnik Krasniqi sowie Kapitän Florian Ehrenstorfer gleich mehrere zentrale Stützen – insbesondere im Mittelblock und auf Schlüsselpositionen am Kreis. Als während der Partie zudem Philipp Schnabel (linker Fuß) und Maximilian Lenkeit verletzt ausschieden und Jonas Kiefel sowie Paavo Hofmann angeschlagen weiterspielten, war früh klar, dass dieser Abend für die Löwen vor allem von Improvisation und Belastungsmanagement geprägt sein würde.
Trotzdem begann Anzing ordentlich und mutig. Florim Hoxha brachte sein Team per Siebenmeter früh in Führung, und auch in der Anfangsphase hielt die junge Anzinger Formation taktisch diszipliniert dagegen. Bis zum 3:3 blieb die Partie offen, ehe Regensburg mehr Tempo aufnahm und seine individuelle Klasse ausspielte. Während Anzing im Angriff immer wieder gut vorbereitete Aktionen zeigte, fehlte im Abschluss mehrfach das nötige Glück – Pfostenwürfe und unnötige Würfe verhinderten eine engere Spielgestaltung. In der Abwehr wurde vor allem im Zentrum sichtbar, wie sehr die gewohnte Stabilität ohne Ehrenstorfer und Krasniqi fehlte. Regensburg nutzte die entstehenden Räume konsequent und setzte sich bis zur Pause auf 19:10 ab.
Nach dem Seitenwechsel blieb der SV Anzing dennoch geschlossen und strukturiert. In ungewohnten Rollen unterstützten sich die Spieler gegenseitig, hielten die Kommunikation hoch und versuchten, die Abläufe stabil zu halten. Sebastian Felber, der viel Verantwortung übernahm, brachte diesen Eindruck treffend auf den Punkt: „Man merkt, dass wir gerade extrem viel improvisieren müssen – aber der Zusammenhalt in der jungen Truppe ist richtig gut. Hier schreit keiner, hier hilft jeder dem anderen.“ Auch bei weiter anwachsenden Rückständen blieb Anzing ruhig und suchte weiter seine Lösungen.
Regensburg ließ sich davon nicht aus dem Rhythmus bringen. Der Spitzenreiter spielte sein Pensum souverän herunter, blieb variabel im Angriff und erhöhte Tor um Tor. Anzing kam weiterhin zu Treffern – Hoxha vom Siebenmeterpunkt, Felber aus dem Rückraum sowie Meermann, Trummer und die Hofmann-Zwillinge setzten Akzente –, doch die defensive Belastung war über 60 Minuten nicht mehr aufzufangen. Besonders im Mittelblock fehlte häufig der entscheidende Schritt nach hinten, den ein Gegner dieser Qualität konsequent bestrafte. Am Ende stand ein klares 28:44, das die Überlegenheit der Gastgeber widerspiegelte, ohne den Einsatz der Gäste zu schmälern.
Trotz der deutlichen Niederlage bleibt der Auftritt des SV Anzing ein wichtiger Baustein in einer herausfordernden Phase. Unter massivem personellem Druck zeigte die Mannschaft Disziplin, Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die nun anstehenden zwei spielfreien Wochenenden sollen genutzt werden, um Verletzungen auszukurieren, Kräfte zu sammeln und den Kader wieder zu stabilisieren. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorne: Mit Tim Steininger, der seit Anfang Februar mittrainiert, wächst eine weitere Option heran. Ziel bleibt es, in den kommenden Spielen wieder mit breiterem Personal konkurrenzfähig aufzutreten.
Kader: Matteo Czeslik, Lorenz Mayr; Florim Hoxha (6/4), Julian Adam, Jonas Kiefel (2), Sebastian Felber (9), Finn Meermann (3), Noah Pignot (1), Paavo Hofmann (2), Jussi Hofmann (3), Maximilian Lenkeit, Oskar Trummer (2), Kreshnik Krasniqi, Philipp Schnabel