15 Okt
Dritte zieht Bruckmühl den Zahn
Starke zweite Halbzeit sichert den Sieg
21 Okt
TuS Raubling - SV Anzing III 28:37
Was kann Darius Förster eigentlich nicht?
Am vergangenen Samstag trat Anzings wahre Liebe die Auswärtsreise ins verregnete Raubling an. Ein Auto besuchte ungeplant noch ein lokales Fußballspiel, bekam ein schönes Eigentor zu sehen und erfreuten sich einem schönen Torsong („Den duad a eineee!!“), bevor sie dann doch die richtige Halle fanden. Im Gegensatz zu den beiden Fußballmannschaften auf dem Rasen hatten die Anzinger allerdings an diesem Tag keinen einzigen nominellen Torhüter im Gepäck. Seit dies feststand, versuchte die sportliche Leitung der Dritten in den Stunden vor Anwurf noch sämtliche ehemalige Hüter und potenzielle Aushilfen zu rekrutieren, blieben aber leider ohne Erfolg. So war klar, dass die Position intern besetzt werden musste – und wer sollte dafür besser geeignet sein als der altbekannte Routinier und Allrounder Darius Förster? Als Backup erklärte sich Tobias Köglmeier bereit und so bot sich den Raublingern das ungewohnte Bild, dass die Torwärte auch aktiv an den Positionswürfen beim Warmup teilnahmen.
Köglmeier begann das Spiel im Rückraum, während Förster das Tor hütete. Auf dem Feld taten sich die Anzinger in den ersten Minuten etwas schwer mit der offensiven Abwehr der Gastgeber. In der Defensive schafften sie es nicht, ihren Torhüter ausreichend zu unterstützen und kassierten zu viele unbedrängte Würfe aus dem Rückraum. Nach einer unnötigen Zeitstrafe gegen Jonas May, über die sich Coach Langer auch noch etwas zu sehr aufregte und eine Verwarnung kassierte, lagen die Anzinger mit 5:7 zurück. Danach schafften sie es aber häufiger, den Ball auch wieder zurück zu spielen, nachdem er einmal auf die linke Seite gegangen war, und erzielten drei schön herausgespielte Tore am Stück. Es ging nun hin und her, aber die Anzinger konnten sich immer wieder auf ihren zurückgekehrten Linksaußen Christoph „Goaßmaßterminator“ Mayer verlassen, der allein in der ersten Halbzeit sieben Tore erzielte. Nach einer Zeitstrafe für die Raublinger und dem zweiten verwandelten 7m durch Jonas May starteten die Rossoneri einen Lauf und stellten innerhalb weniger Minuten trotz zwischenzeitlichem Gäste-Timeout von 12:10 auf 18:11. Besonders hervorzuheben ist der Traumpass von BenediCt Harder, der in den letzten Sekunden der Überzahl den losgesprinteten Tomek Rolka sah und den Gegenstoßpass über den ausgefahrenen Basketballkorb sowie die größten Gegenspieler perfekt setzte, sodass ihn Tomek mit etwas Mühe pflücken und auch verwandeln konnte. In dieser Phase waren nun auch die ersten Paraden von Darius Förster im Anzinger Tor zu sehen, der etwas Anlaufzeit benötigte, aber nun auf ungewohntem Terrain mehr und mehr ins Spiel fand. Trotz eines nicht optimal ausgespielten letzten Angriffs gingen die Rot-Schwarzen mit einer 20:14 Führung zufrieden in die Pause.
Coach Hasi „Dominik“ Langer versuchte es in der Halbzeit mit einer ernsthaften Ansprache, kam aber kaum gegen die gute Laune seiner Mannen an. Vor lauter Verzweiflung griff er auf die Lukas-Reisinger-Gedächtnisthese „Es geht wieder bei 0:0 los“ zurück, aber am Ende einigte sich die Kabine einfach darauf, Keeper Förster noch besser zu unterstützen. Es ist nicht übermittelt, was währenddessen am Kampfgericht geschah, aber nach dem Wiederanpfiff verlief der Liveticker für die Zuhause gebliebenen Fans (Anm. d. Red.: also alle, da an diesem Abend kein einziger Anzinger Fan in der Halle gesichtet werden konnte) äußerst verwirrend und dementsprechend fehlerbehaftet liest sich auch der Spielbericht.
Anders als im Spielbericht kamen die Gastgeber in der zweiten Halbzeit nie mehr gefährlich ran an die Anzinger Löwenreservereserve. Die in der 39. Minute Tobias Köglmeier zugeteilte Zeitstrafe hatte er eigentlich selbst rausgeholt und im Folgeangriff Jonas May in der Parallele bedient. Korrekt ist allerdings, dass Letzterer seine 7m-Quote von ehemals 100% nun erneut verschlechtert hat, weshalb ihm Köglmeier und Mayer zeigten, wie es geht, und ihre Versuche in der Folge beide verwandelten. Die genaue Torfolge kann von der Redaktion an dieser Stelle nicht mehr rekonstruiert werden, allerdings sorgte vor allem die sichere Defensivreihe der Anzinger sowie der nun immer besser haltende Darius Förster dafür, dass keinerlei Hoffnung mehr für die Heimmannschaft aufkommen konnte. Der Allrounder der Mannschaft fing sogar zwei Rückraumwürfe sicher und ließ seinem Coach keine andere Wahl, als ihn über die gesamte Spielzeit im Kasten zu lassen. Die Spieler des Turn- und Sportvereins gaben zwar für die Zuschauer in der gut gefüllten Schulsporthalle nochmal alles, Anzings wahre Liebe ließ aber auch in der Folge nichts mehr anbrennen. Jonas May nutzte die nun müder werdenden Raublinger Beine und mauserte sich zum geteilten Topscorer an diesem Tag mit Schoko „Chris“ Mayer – beide erzielten zehn Tore. Den grandiosen Schlusspunkt setzte Benedict Harder, der einen Gegenstoßpass in letzter Sekunde im vollen Lauf fing, sich im Fallen um die eigene Achse drehte und den Torwart noch vor der Schlusssirene zum 28:37 tunnelte. Zu seinem Leidwesen verzauberte er damit scheinbar endgültig das Raublinger Kampfgericht, welches das Tor stattdessen dem auf der Bank sitzenden Tobias Köglmeier eintrugen.
Anzings wahre Liebe feierte im Anschluss vor allem Darius Förster für seine Leistung im Tor, konnte aber auch auf die geschlossene Mannschaftsleistung stolz sein, unter diesen Umständen einen solch souveränen Sieg eingefahren zu haben.
Am kommenden Wochenende steht für das Team gleich das nächste Spiel an, am Sonntag, den 25.10., wird um 17:00 Uhr der HC Inntal zu Gast sein. Hinter diesem neuen Namen verbergen sich einige bekannte Gesichter, die in der Vergangenheit vor allem für Rosenheim aktiv waren. Nach Neugründung des Vereins marschierten sie letzte Saison durch die Bezirksklasse und treffen nun wieder auf die alten Gegner der Landstaffel. Die Löwen freuen sich über hoffentlich mehr Unterstützung als in Raubling und wollen weiter ungeschlagen bleiben.
Spieler und Tore:
Förster (Tor); Wörner (2), Leone, May (10/2), Köglmeier (5/1), Finsterhölzl (3), Mayer (10/1), Oellerer, Rolka (4), Harder (2), Lück (1)
Stimmen zum Spiel:
Darius Förster zu seiner Nominierung als Torwart: „Wild, aber let‘s go!“
Henri Lück zur Performance seines Mitspielers: „Dari hat in der zweiten Halbzeit tatsächlich unironisch einfach gut gehalten!“
Anonymer Anzinger Mitspieler in der Nachbetrachtung: „Heute wurde Jonas zwar mit Kopf verteidigt, aber nicht mit Köpfchen.“