27 Mär
Dritte ist Bezirksliga-Meister!
Meisterschaft und Klassenerhalt am gleichen Wochenende gesichert
13 Apr
SV Anzing III - TuS Prien 25:24
Zweiter Sieg gegen Prien in zwei Wochen – Einspruch zwecklos
Nach dem ereignisreichen Hinspiel in Prien noch vor zwei Wochen war die Vorfreude schon groß auf das Wiedersehen in eigener Halle. Im letzten Saisonspiel beider Teams wurde die Spannung aber eher durch die Nachwehen des Hinspiels getragen als durch die Tabellensituation. Der Turn- und Sportverein vom Chiemsee, der in der Vorsaison noch in der Relegation zur BOL scheiterte, konnte nicht mehr höher als Platz 4 klettern, während die Löwen am Wochenende zuvor den Meistertitel fix gemacht hatten. Der angekündigte Einspruch der Gäste hatte wie erwartet keine Folgen, außer dass beide Mannschaften höchst motiviert waren, den Saisonabschluss für sich zu entscheiden. Bei einem solchen Duell konnte Trashtalkmeister Henri „Hustlehoff“ Lück natürlich nicht fehlen und bequemte sich tatsächlich trotz Verletzung auch mal in die Halle, um seine Mannschaft zu unterstützen. Vermutlich aus Unwissenheit, wann man als Fan in der Halle sein muss, tauchte er schon relativ früh dort auf und kam dadurch zu seiner großen Freude zur Ehre, als Sekretär am Kampfgericht auszuhelfen. Nicht alle in der Halle waren zu dieser Zeit schon so aktiv – aufgrund der fehlenden bzw. verspäteten Kaffeeversorgung vom Kiosk verpennten einzelne Akteure zum Ärger von Coach Hasi „Dominik“ Langer sogar den Auftakt zum Warmup.
Es war also nur logisch, dass man auf Anzinger Seite auch den Auftakt ins Spiel etwas verschlief. Aus Respekt vor dem hitzigen Hinspiel mit vielen Zeitstrafen wollten die Schiedsrichter an diesem Tag wohl direkt Zeichen setzen und nichts anbrennen lassen – zum Leidwesen von Nikolaus Jordan, der in der dritten Spielminute gleich für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen durfte. Auch Jonas May kassierte nur wenige Minuten später ebenfalls eine Zeitstrafe. Auch abgesehen von der Schwächung durch die Unterzahlsituationen machte sich Anzings wahre Liebe selbst das Leben schwer. Es wurden durchaus gute Chancen herausgespielt, man scheiterte jedoch häufig am gut aufgelegten Priener Torhüter. Da zusätzlich die Defensive nicht so sicher stand wie gewohnt und man zudem das ein oder andere mal mit dem Ball heiße Kartoffel spielte, gerieten die Rot-Schwarzen 3:6 in Rückstand. Obwohl sich Jordan in der zehnten Minute bereits die zweite Zeitstrafe abholte, agierten die Löwen etwas konzentrierter, nachdem Jonas May bereits seinen zweiten Strafwurf zum 5:7 verwandelte. Als wäre er mittlerweile nicht mehr der wacklige 7m-Schütze glich May zum 8:8 aus und kurz darauf erzielte Felix „Muskel“ Muck, angestachelt durch eine angekündigte Wurffalle der Gäste, die erste Führung zum 9:8 und ließ jeden in der Halle wissen, dass man ihn nicht einfach so werfen lassen sollte. Direkt im Anschluss ließ Jonas May die Zweifler verstummen und bewies, wieso man ihn nicht zu viele Strafwürfe am Stück werfen lassen sollte. Anwesende Experten sprachen im Nachgang vom schlechtesten und arrogantesten 7m der gesamten Saison, als sein unfassbar cooler Versuch per Gegendreher kläglich scheiterte. Die Gäste nutzten das Momentum und zogen auf 10:12 davon, was Coach Langer zu seiner ersten Auszeit bewegte. Seine Mannen sollten sich auf ihre Stärken besinnen und die Konzentration steigern. Als nächstes passierte allerdings etwas, das so sicherlich nicht geplant war. Nikolaus Jordan wurde im Angriff getackled, wehrte sich aber am Boden noch gegen den Griff seines Verteidigers. Es war immerhin kein „Gewühle am Boden“, was einem seiner Mitspieler noch in der Vorsaison zum Verhängnis wurde, allerdings sahen sich die Schiedsrichter gezwungen, gegen beide Beteiligte eine Zeitstrafe zu verhängen, was allerdings Jordans dritte und damit seine Disqualifikation bedeutete. Ohne ihren Regisseur und Vielspieler Jordan musste sich die restliche Mannschaft umso mehr zusammen raufen. Getragen durch die Paraden von Torhüter Paul „Felix“ Mögel, der auch einen 7m vereitelte, Treffern von Timo „Tanzmaus“ Stöcker sowie Julius „Who?“ Weindl und einem verwandelten Strafwurf des zuletzt noch kritisierten Christoph „Schoko“ Mayer ließen die Anzinger nicht locker und gingen mit nur einem Tor Rückstand in die Halbzeitkabine. Auf der Anzeigetafel stand es 13:14 für die Gäste. In der Kabine stellte man fest, dass man völlig überraschend selbst die Hauptschuld am Rückstand trägt und in die letzten 30 Minuten der Saison nochmal alles reinlegen will, um diese positiv abzuschließen.
Leider starteten die Löwen unglücklich in die zweite Hälfte und lagen schnell wieder mit drei Toren zurück. Es erfolgten einige Umstellungen in der Defensive. Lasse „Freight Train“ Hagedorn fand sich in ungewohnter Rolle am Kreis wieder, löste die Aufgabe allerdings sehr gut. Zusätzlich fand der „Hageboom“ seine Qualitäten als Aggressive Leader und Motivationspeitsche wieder und stellte gemeinsam mit Routinier Dominik Winter einen stabilen Mittelblock. Dome Winter zeigte in der Offensive einige Male seinen Vollgas-Parallelstoß und Marius Bergmann tat sich mit zwei starken Defensiv-Aktionen hervor. All dies reichte jedoch weiterhin nicht, um das Spiel zu kippen. Immer wieder sorgten technische Fehler dafür, dass man Chancen zur Führung liegen ließ. Das Spiel wurde insgesamt hitziger und die Priener Gäste riefen sich ihre Stärken im kommunikativen Bereich gegenüber Gegenspielern und Schiedsrichtern in Erinnerung, um die Stimmung zusätzlich anzuheizen. Anzings wahre Liebe spielte in dieser Phase ihren breiten Kader aus, wechselten durch und alle eingesetzten Spieler gaben, unterstützt von ihren Kollegen auf der Bank, nochmal alles. Nach dem 18:20 in der 42. Spielminute ließ die Verteidigung ganze acht Minuten kein Gegentor zu. Auf der Gegenseite schlug am 7m-Strich die Stunde des Schoko „Chris“ Mayer. Er drehte per Strafwurf-Hattrick innerhalb von drei Minuten das Spiel auf 21:20, was die erste Anzinger Führung an diesem Tag bedeutete. Auf eine Gäste-Auszeit folgten drei torlose Minuten beider Mannschaften, woraufhin die Priener wiederum mit 21:22 in Führung gingen. Nachdem er zuvor schon mit leeren Händen frei durchgesprungen war, schaffte es Raphi Finsterhölzl dann auch einmal mit Ball in der Hand und glich zum 22:22 aus. Laut Spielbericht erhielten dann in der 55. Spielminute innerhalb von zwei Sekunden sowohl Timo Stöcker eine Zeitstrafe, als auch Tzokko Mayer eine gelbe Karte. Außerdem erzielte Letzterer gleichzeitig die Führung zum 24:22, während aber auch Prien zum gleichen Zeitpunkt den Anschlusstreffer warf. Die Redaktion kann an dieser Stelle nur munkeln, ob das die verrücktesten zwei Sekunden der Handballgeschichte waren, oder Sekretär Lück vor lauter Aufregung etwas durcheinander kam. Es bleibt festzuhalten, dass beide Teams am Ende scheinbar zu nervös waren, das Spiel für sich zu entscheiden. Die Löwen leisteten sich zu viele Fehlwürfe, konnten sich aber in der Schlussphase auf ihre treffsicheren Außen verlassen. So traf Timo „Tim“ Stöcker 30 Sekunden vor Schluss mit seinem Signature-Wurf zum 25:24. Sekunden vor dem Ende leistete sich die Defensive allerdings eine Unaufmerksamkeit bei einer Wurftäuschung des Priener Angreifers, der im Anschluss nur noch per Foul gestoppt werden konnte. Es gab also nach Ablauf der Spielzeit noch die Chance zum Ausgleich von der 7m-Linie (Anm. d. Red. Mutmaßlich konnte sich unser Sekretär zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr auf seinem Stuhl halten, weshalb dieser Versuch nicht im Spielprotokoll landete). Paul „Felix“ Mögel kehrte extra für diesen Wurf noch einmal ins Anzinger Gehäuse zurück und machte dem Gegner noch mehr Angst, indem er lautstark Pfosten und Latte abklatschte. Mit schlotternden Knien täuschte er einmal an und Torhüter Mögel entschied sich dafür, mit allem was er hat in Richtung des Werfers zu springen. Dieser hatte gar keine andere Wahl, als den Anzinger Schlussmann abzuwerfen. Alles weitere ging im Jubel und Feldsturm der Anzinger unter, die ihre meisterliche Saison nun auch noch mit diesem moralisch sehr wichtigen Sieg erfolgreich abschlossen. Natürlich kam an diesem Abend nur ein Lokal in Frage, den Titel und die Saison würdig ausklingen zu lassen. So feierte das Team noch ausgelassen beim Hauptsponsor Purfinger Haberer und genoss die wie immer hervorragende Gastfreundschaft von Wirt Max.
Am Ende dieser Saison möchten wir natürlich auch noch dem TSV Vaterstetten zum Aufstieg gratulieren. Ihr frühzeitig angekündigtes „Projekt Gold“ haben sie leider nicht erreichen können, dank freundlicher Unterstützung der Anzinger Dritten reicht den Vögeln aber nun der zweite Platz zum direkten Aufstieg und sie dürfen sich nächstes Jahr wieder in der Bezirksoberliga beweisen. Wir dagegen freuen uns nächstes Jahr auf eine weitere Saison in der Bezirksliga und sind schon gespannt, welche Gegner uns dann erwarten. Außerdem bedankt sich die Redaktion bei allen treuen Lesern, die diese Berichte über die Saison fleißig verfolgt haben. Da vielen Lesern die Berichte häufig nicht lang genug waren, ist zum Abschluss noch eine kleine Statistikecke angehängt, die die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten der Mannschaft und einzelner Spieler in der Saison 2025/26 enthält. Viel Spaß beim Lesen und bis nächste Saison! Eure AwL
Spieler und Tore:
Fiedler, Mögel (beide Tor); Muck (1), Wörner (1), Kummer, Winter (1), May (7/3), Hagedorn (1), Finsterhölzl (1), Mayer (6/5), Bergmann, Gäbler, Stöcker (4), Leone (1), Jordan (1), Weindl (1)
Stimmen zum Spiel:
Nr. 7 von Prien (vermutlich) zu Sekretär Henri Lück: „Bitte nimm den letzten 7m nicht noch in den Spielbericht auf, ist so schon traurig genug…“
Anonyme Anzinger Stimme: „Hoffentlich legt Prien jetzt nicht noch Einspruch ein, weil wir nach dem gehaltenen 7m aufs Spielfeld gestürmt sind…“
Coach Hasi: „Rückblickend betrachtet war es ein würdiger Abschluss unserer Meistersaison, die erste Halbzeit hätten wir uns aber auch sparen können.“
Die gesammelte Mannschaft: „Meisterschaft feiern in Traunreut und München ist zwar schon ganz nett, aber es geht doch nix über den Saisonabschluss beim Purfinger Haberer.“
Statistikecke (basierend auf den nuliga-Daten, deren Richtigkeit wir niemals wagen würden, anzuzweifeln):
Mannschaft:
- Tore/Spiel: 32,11 (4. bester Wert der Liga)
- Gegentore/Spiel: 25,5 (#1 ligaweit)
- 7m-Trefferquote: 75,61 % (#7/10 ligaweit; Ligaschnitt: 78,53 %)
- Zeitstrafen/Spiel: 1,67 (#10 ligaweit, #9: 2,67; Schnitt: 3,26)
Spieler:
Tore/Spiel:
- Jonas May: 98 Tore/13 Spiele
- Nikolaus Jordan: 89/16
- Christoph Mayer: 61/9
- Marinus Limbrunner: 41/7
- Tobias Köglmeier: 36/4
- Timo Stöcker: 29/11
- Dominik Winter: 28/9
- Felix Wörner: 25/10
- Lasse Hagedorn: 20/9
- Sebastian Dengler: 18/7
- Henri Lück: 18/9
7m-Quote:
- Mayer: 24/31: 77,42 %
- May: 13/17: 76,47 %
- Köglmeier: 10/13: 76,92 %
- Limbrunner: 7/10: 70 %
- Jordan: 2/3: 66,67 %
- Benedict „the one and only“ Harder: 1/1: 100 %
Zeitstrafen/Spiel:
- Dengler: 4/7
- David Cvijetic: 2/5
- May: 5/13
- Stöcker: 3/11
- Jordan: 4/16
- Köglmeier: 1/4
- Carno Moritz Haas: 2/9
- Hagedorn: 2/9
- Lück: 2/9
27 Mär
Meisterschaft und Klassenerhalt am gleichen Wochenende gesichert