13 Feb
Löwen-Dritte schlägt Vögel-Erste
Anzings wahre Liebe erkämpft sich nächsten Derbysieg
23 Jan
SV Anzing III - SBC Traunstein 36:24
Deutlicher Heimsieg gegen SBC Traunstein
Am vergangenen Sonntag empfing Anzings wahre Liebe den Sportbund Chiemgau Traunstein zum ersten Rückrundenspiel der Saison. Jeder Spieler hatte noch die Hinrundenniederlage zum Auftakt im Hinterkopf, für die man sich gerne revanchieren wollte. Um das Unterfangen noch ein wenig schwieriger zu gestalten, durften sich ganze fünf Kaderspieler der Herren 3 bereits beim Bezirksoberliga-Vorspiel der H2 unter Trainer Chris „Tzokko“ Mayer aufwärmen. Letzterer gab an diesem Tag auch sein langersehntes Comeback als Spieler der AwL. Das Aushelfen nach oben wurde zwar im Nachgang von Traunsteiner Bericht etwas anders interpretiert, aber glücklicherweise schadete den betroffenen Spielern die Vorbelastung nicht. Die Bericht der Gäste erwähnte „volle Kapelle“ bestand dann immerhin aus vier Rückraumspielern auf Anzinger Seite, da Allrounder BenediCt Harder gemeinsam mit Cedric Kummer die abwesenden Kreisläufer Wörner und Limbrunner kompensieren durfte.
Wieso die Gäste im Nachgang solche Begründungen für ihr Abschneiden suchen mussten, zeigt sich sehr deutlich bei Betrachtung der Torfolge. Es dauerte ganze fünf Minuten, bis diese ihr erstes Tor zum 1:1 Ausgleich erzielten. Anzing erlaubte sich in dieser Phase aber ebenfalls einen verworfenen 7m durch den „etwas wackeligen“ Jonas May und weitere Fehlwürfe sowie technische Fehler. Fabian Fiedler wiederum, der zuvor noch 60 Minuten die Bank gedrückt hatte (Anm. d. Red. um Missverständnisse zu vermeiden: er saß auf seinem Platz, es wurden keine Gewichte gestemmt), durfte sich nun im AwL-Tor austoben und brachte die Gegner reihenweise zur Verzweiflung. Da seine Vorderleute zu Beginn zwar eine kämpferische, jedoch keineswegs perfekte Abwehr auf die Platte stellten, sorgte er mit zahlreichen Paraden dafür, dass deren Fehler in Vergessenheit gerieten und die Gäste erst in der 12. Spielminute ihren nächsten Torerfolg verbuchen konnten. In der Zwischenzeit wackelte Jonas May mehrere Würfe ins Traunsteiner Gehäuse und auch BenediCt Harder war vom Kreis erfolgreich. Bis zur besagten 12. Minute zogen die Anzinger auf 7:1 davon und Traunstein wechselte den kompletten Rückraum aus. In der Folge wurde das Spiel etwas ausgeglichener und mehrere Traunsteiner Spieler konnten sich trotz einzelner Sichtungen von kurzen Sportsocken in den Handballschuhen in die Torschützenliste eintragen. Da Moritz Malecki aufgrund seines Einsatzes für Christoph Mayers BOL-Team mit Schulterproblemen nicht mehr spielfähig war, nutzte der auch über die Landkreisgrenzen hinaus als „Schoko“ bekannte Linksaußen seine Chance zum Comeback inklusive Torerfolg durch seinen Signature-Move (Anm. d. Red.: in der Rückzugsbewegung waren dafür noch Schwächen erkennbar, die aber an dieser Stelle unsere Freude über das Comeback nicht schmälern sollen!). Auf der gegenüberliegenden Seite zauberte die Tanzmaus Timo Stöcker, der sein Aufwärmprogramm beim Tanzkurs absolvierte, nach seiner Einwechslung ebenfalls sehenswerte Würfe in den Traunsteiner Kasten. Beim Stand von 18:9 nahmen die Gäste überraschend spät ihre Auszeit, welche aber bis zum Halbzeitstand von 19:11 keine großen Auswirkungen mehr hatte.
Nach lobenden Worten vom Coachingquartett Dengler-Köglmeier-Langer-Lzicar (Anm. d. Red.: Namen alphabetisch sortiert) zeigten sich die Rossoneri auch in Halbzeit zwei von ihrer besten Seite. BenediCt Harder lief an diesem Tag gefühlt den zweiten Marathon seines Lebens, nahm sich aber kurz nach dem Seitenwechsel eine Verschnaufpause von zwei Minuten. Tanzmaus Timo Stöcker wurde mehrmals schön bedient von Routinier Dome Winter, der in seinem erst zweiten Saisonspiel seinen Stiefel auf Rückraum Rechts souverän runterspielte, als wäre er nie weg gewesen. Zudem vernagelte Fabian Fiedler mit vollem Einsatz sämtlicher Körperteile erneut sein Tor und musste ab der 32. Minute kein einziges Mal mehr hinter sich greifen. Als er sich circa eine Viertelstunde vor Schluss in den Feierabend verabschiedete und Robin Schmid für ihn eingewechselt wurde, lehnte sich leider die Anzinger Defensive auf dem Feld ebenfalls gemütlich zurück und ließ in der Folge den notwendigen Einsatz vermissen, um ihren jungen Keeper ausreichend zu unterstützen. Zwar zeigte auch er noch einige schöne Paraden, allerdings musste er deutlich zu viele klare Torchancen und Gegenstöße verteidigen. Diese resultierten aus einigen technischen Fehlern seiner Vordermänner und entsprechenden Gegenstößen. Bei einem davon legte Carno „Moritz“ Haas beispielsweise lieber einen flotten Discofox mit seinem Gegenspieler aufs Parkett, anstatt sich direkt auf den Ball zu werfen – was mit Ausnahme von Timo Stöcker für Unverständnis auf der Bank sorgte. Glücklicherweise war die Anzinger Führung so weit ausgebaut, dass der Sieg niemals in Gefahr geriet. In der 56. Minute schenkten die beiden Schiedsrichterinnen dem Comebacker Schoko sogar noch einen Strafwurf, den er nach großem Tönen in den vergangenen Monaten dann zu seinem Glück auch souverän verwandelte. Als nach der Schlusssirene beim Stand von 36:24 Coach Hasi verkündete, dass er der Mannschaft für diese Leistung eine Kiste Kaltgetränke spendiert, waren die kleinen Ärgernisse der letzten Minuten jedoch schnell vergessen. Verständlicherweise konnte sich Torwart Fabian Fiedler von Interview-/Selfie- und Autogrammanfragen nach dem Spiel kaum retten, weshalb er leider den Fototermin verpasste.
Die Anzinger Dritte setzt sich mit diesem Sieg in Sachen Minuspunkten weiter von der Konkurrenz ab und reist am morgigen Samstag, den 24.1., nach Brannenburg, wo um 20:00 Uhr angeworfen wird. Es werden nur wenige hartgesottene Fans erwartet, die sich dieses Spiel zeitgleich zum deutschen Europameisterschaftsduell gegen Norwegen live vor Ort ansehen werden. Diesen wird die Mannschaft aber bestmögliches Entertainment liefern und hoffentlich auch die Punkte mit nach Hause nehmen. Alle anderen werden wie gewohnt auf social media (@anzings.wahre.liebe) und etwas zeitversetzt durch den ausführlichen Spielbericht über die Geschehnisse informiert.
Spieler und Tore:
Schmid, Fiedler (beide Tor), Muck, Kummer (2), Winter (2), May (10/0), Malecki, Stöcker (6), Mayer (3/1), Bergmann, Haas (1), Lück (6), Jordan (3), Harder (3)
Stimmen zum Spiel:
Felix Muck über seinen Außenkollegen Schoko Mayer: „Der läuft so langsam zurück, der stand heute mehrmals im Abseits!“
Traunsteiner Spieler nach seiner Zeitstrafe für einen Kopftreffer bei Fabian Fiedler: „Hab ich dich an der Schulter getroffen, oder?“
Fabian Fiedler dazu: „Knapp daneben, aber nächstes Mal einfach nicht so fest werfen, bitte!“