13 Feb
Löwen-Dritte schlägt Vögel-Erste
Anzings wahre Liebe erkämpft sich nächsten Derbysieg
29 Jan
TSV Brannenburg - SV Anzing III 34:28
Verdiente Niederlage beim Vorletzten
Die Anzinger Dritte reiste am vergangenen Samstagabend nach Brannenburg, um nahezu zeitgleich mit der deutschen Nationalmannschaft ihr Spiel gegen den TSV zu bestreiten. Unabhängig von dieser Überschneidung wurde die zuletzt gegen Traunstein noch „volle Kapelle“ zu diesem Wochenende tatsächlich noch ein wenig leerer. Der verletzte Spielercotrainer Tobias Köglmeier musste mit nur drei Rückraumspielern im Kader improvisieren, während Headcoach Dominik „Hasi“ Langer privat verhindert war (Anm. d. Red.: Insider berichten von einem Dancebattle mit Tanzmaus Timo Stöcker auf einer privaten Veranstaltung. Diese Berichte konnten bis Redaktionsschluss weder bestätigt noch widerlegt werden). Für eine weitere Herausforderung sorgte der dieswöchige Trikotwäscher Henri Lück, dem erst am Samstagmorgen seine Pflicht wieder eingefallen war. So kam es, dass er die Trikots, die seit einer Woche in der Trikottasche beinahe schon ein Eigenleben entwickelten, nach dem Waschgang zwar noch zum Teil trocken föhnte, allerdings aufgrund wichtiger Verpflichtungen im Baumarkt und in der Sandwichküche nicht mehr für durchgehende Trockenheit sorgen konnte.
Leicht angefeuchtet kam die erste Sieben zu Beginn trotz rutschiger Halle und überraschender offensiver Abwehr des Gegners gut ins Spiel. Die ersten zehn Minuten konnte sich keins der beiden Teams absetzen. Als eine Überzahl und die ersten beiden Strafwürfe aus sieben Metern nicht genutzt werden konnten, fand man sich erstmals mit zwei Toren Rückstand wieder. Nachdem Marinus Limbrunner seinen ersten 7m völig neben und über das Tor setzte, warf der selbsternannte Strafwurf-Messias Chris „Schoko“ Mayer seinen Versuch ans Standbein des Torhüters. Es ist nicht überliefert, ob der erste Versuch dank Limbrunners charmanten Lächelns nicht im Spielbericht aufgenommen wurde, oder ob sich das Kampfgericht nicht mehr ganz sicher war, ob es sich wirklich um einen 7m handelte, so deutlich wie der Ball das Tor verfehlte. Davon ließ sich scheinbar die ganze Mannschaft anstecken – in der Folge wurden mehrere Pfostentreffer, technische Fehler und Unkonzentriertheiten in der Abwehr eingebaut. Tormann Paul Mögel wurde von einem Kopfleger am Kopf gestriffen, wovon er sich glücklicherweise schnell erholte, da er heute im Anzinger Tor ohne Reservehüter auf sich allein gestellt war. Gegen die zwei Rücktraumtreffer des gegnerischen Kreisläufers wäre allerdings selbst der in diesem Moment in Herning aktive Andreas Wolff machtlos gewesen – der Brannenburger Pascal Schuppe konnte es selbst nicht glauben, als seine Würfe unhaltbar im Kreuzeck des Tores einschlugen. So sah sich Köglmeier gezwungen, beim Stand von 12:8 für die Hausherren sein Team erstmals für eine Minute zu sich zu rufen. Die taktischen Hinweise griffen tatsächlich in den folgenden Minuten. Insbesondere da man zwei Überzahlsituationen – eine davon aufgrund eines weiteren (direkten) Kopftreffer gegen Mögel – für sich nutzen konnte und Tzokko Mayer drei Tore in Folge erzielte, nahmen die Brannenburger ihre Auszeit, als die Führung auf 14:13 geschrumpft war. Der Ausgleich blieb den Rot-Schwarzen leider verwehrt, aber man blieb bis zur Halbzeit am Gegner dran. Rechtsaußen Henri Lück zeigte sogar auf Halbrechts seine Qualitäten und bediente Cedric "Ceddl" Kummer am Kreis. Leider holte man sich in der 29. Spielminute gleich zwei Zeitstrafen, aber ging nur mit einem 17:16-Rückstand in die Kabine.
Grundsätzlich konnten die Anzinger zufrieden sein, trotz kreativer Aufstellung im Rückraum mit teilweise einem Kreisläufer und einem Außen hatte man sich zurück ins Spiel gekämpft und wusste, was verändert werden musste, um das Spiel erfolgreich zu gestalten.
Die doppelte Unterzahl nach der Pause überstand man ohne Gegentor, allerdings fehlte in der Gleichzahl wieder der Zugriff auf die gegnerische Offensive. Der Abwehr mangelte es an Eingespieltheit und Kommunikation, weshalb die Hausherren immer wieder zu guten Torabschlüssen nach Durchbrüchen kamen. Torwart Mögel warf sich weiter furchtlos in die gegnerischen Würfe und unterstützte seine Vorderleute unter anderem durch einen gehaltenen Strafwurf. Allerdings verpasste es Anzings wahre Liebe, daraus Profit zu schlagen und konnte im gesamten Spielverlauf nie näher als zwei Tore an die Gastgeber herankommen. Man hatte durchgehend das Gefühl, das Spiel hätte noch in beide Richtungen kippen können. Selbst nach dem ersten größeren Rückstand von 26:21 übernahm der heutige Toptorschütze Mayer nochmal die Verantwortung, nahm seine persönliche Revanche aus 7 Metern und im Anschluss traf der heute stark aufspielende Ceddl Kummer nach einer schön ausgespielten Überzahl vom Kreis zum 26:23. Kurz später erzielte BenediCt "mit C" Harder das 27:25 und holte eine Zeitstrafe für die Gegner heraus. Leider fiel die Löwenreservereserve nun wieder in alte Muster zurück, verteidigte nicht konsequent, nahm sich überhastete Würfe und verlor die Überzahl mit 0:2. Nach einem weiteren Brannenburger Gegenstoß zum 30:25 nahm Köglmeier sein zweites Timeout und versuchte, die Mannschaft nochmal wachzurütteln (52. Spielminute). In der Crunchtime verteidigten die Anzinger leidenschaftlich, scheiterten aber selbst mehrmals an der Brannenburger Defensive. Bis drei Minuten vor Schluss kassierte man nur noch ein Gegentor, konnte aber selbst auch nur zwei Treffer erzielen. Beim Stand von 31:27 riskierte man nun etwas mehr, um das Spiel noch irgendwie zu drehen. Der Versuch blieb leider erfolglos und die Gastgeber stellten durch Gegenstöße noch auf den Endstand von 34:28.
Dieser fällt mit Blick auf den Spielverlauf etwas zu deutlich aus, aber dass die Gastgeber die Punkte bei sich behielten, war auf jeden Fall verdient. Trotz der Enttäuschung, dass der Kampf am Ende erfolglos blieb, machte man es sich in der Brannenburger Mehrzweckhalle noch gemütlich und freute sich über den Sieg des deutschen Teams, den man in der Schlussphase bei einem Kaltgetränk noch gemeinsam ansah. Als im Anschluss von Seiten der Hausherren noch übrig gebliebene Semmeln vom Verkauf angeboten wurde und sogar Wegbier für die Heimfahrt gespendet wurde, war der Ärger schon fast wieder verflogen – für den Besuch der Faschingsparty im Nachbardorf, zu der man eingeladen wurde, hat es dann aber doch nicht ganz gereicht. Die Mannschaft bedankt sich beim TSV Brannenburg für die Gastfreundschaft und wünscht viel Erfolg für die weitere Saison.
Die nächste Herausforderung für die Anzinger wartet bereits am kommenden Sonntag, den 01.02., wenn die Reserve des TSV EBE Forst United um 16:00 Uhr in der Löwenhöhle gastiert. Die Mannschaft freut sich über jede Unterstützung der Anzinger Fans, die sich vor dem EM-Finale beim Landkreisderby bereits mit Livehandball in Stimmung bringen wollen.
Spieler und Tore:
Mögel (Tor), Kummer (2), May (7), Malecki, Haas, Mayer (10/1), Modl, Oellerer, Lück (1), Limbrunner (5), Harder (3)
Stimmen zum Spiel:
T. Köglmeier: „Wenn die offensiv spielen, fress ich nen Besen.“ (Anm. d. Red.: Er fraß keinen Besen)
D. Langer: „Da bin ich einmal nicht dabei…“
H. Lück: „Achso, man muss die Trikots nicht nur gewaschen, sondern auch trocken zum Spiel mitbringen? Woher soll ich das denn wissen??“