06 Feb
Löwen-Dritte schlägt Eber-Zweite
Klarer Derbysieg nach verpatzter erster Halbzeit
13 Feb
TSV Vaterstetten - SV Anzing III 25:27
Anzings wahre Liebe erkämpft sich nächsten Derbysieg
Ein Derby jagt das nächste in der Bezirksliga Staffel 2. Nach dem Sieg gegen die Ebersberger Reserve am vorangegangenen Wochenende wartete als nächster Gegner die punktgleiche erste Mannschaft der Vaterstettener Vögel. Im Hinspiel haben die Vögel nach hartem Kampf und einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung kurz vor Schluss die Punkte aus der Löwenhöhle entführt. Diese wollten sich die Löwen natürlich gerne zurückholen. Dafür besann sich die Mannschaft auf alte Stärken und beging am Vorabend ein ungeplantes feuchtfröhliches Teambuilding. Diese Rechnung haben sie allerdings ohne die ungewohnt frühe Anwurfzeit in Vaterstetten gemacht. So suchte mancher Spieler oder auch Trainer in den frühen Morgen- und Vormittagsstunden noch nach Mitfahrgelegenheiten zur Halle, wo das Spiel bereits um 14:30 Uhr angepfiffen werden sollte. Coach Hasi Langer versprach in diesem Zuge, eine Stärkung zum Spiel mitzubringen. Leider kam es zu einem folgenschweren Missverständnis, weshalb Carno Moritz Haas statt einem erhofften Ayran mit einem Döner endete (Anm. d. Red.: die Bestellung lautete "türkisches Actimel", der Leser möge sich selbst eine Meinung bilden, bei wem der Fehler in diesem Fall lag). Glücklicherweise opferte sich Namensvetter und Lokalmatador Moritz Malecki, zumindest einen Teil des Döners noch vor dem Umziehen zu verspeisen. Mit einer höchst motivierenden Ansprache schickte Langer seine Mannen schließlich zum Aufwärmen aufs Feld, während sich das Trainerteam weiter sammelte, um die anstehenden 2x30 min im Vogelkäfig zu überstehen. Mit einer taktisch fein durchdachten Gegneranalyse betraten sieben aufgepeitschte Löwen das Spielfeld, teils mehr, teils weniger Herr ihrer Sinne.
Co-Trainer Tobias Köglmeier warnte die gegnerische Bank kurz vor Anwurf noch scherzhaft vor der Gefahr des seit dieser Saison in rot-schwarz aufspielenden Moritz Malecki. Kaum hatte sich Köglmeier wieder auf der Bank eingefunden, hatte Malecki bereits einen Außenwurf im Gesicht seines ehemaligen Mitspielers im Vaterstettener Tor platziert und fand sich ebenfalls für 2 min auf der Ersatzbank wieder. Zu Beginn präsentierte sich die Anzinger Deckung insgesamt zu unbeweglich, der Mittelblock ließ häufig Durchbrüche im Zentrum zu. Sebastian Dengler gab auf der halbrechten Position ein starkes Comeback – sowohl offensiv als auch defensiv, wo er dem gegnerischen Rückraum-Linken die körperlichen Defizite aufzeigte und ihn immer wieder im eins gegen eins stoppte. Ebenfalls erstmals seit langer Verletzungspause wieder mit von der Partie war Kapitän Felix W. O. „Jean-Jacques“ Wörner, der kurz nach Einwechslung seinen ersten Treffer zum 6:6 erzielte. Während Fabian Fiedler seine Mannschaft mit starken Paraden gegen die freien Würfe aus dem Zentrum im Spiel hielt, kam Vaterstetten immer wieder über starke Außenwürfe zum Torerfolg. Nach einem kleinen Vaterstettener Lauf zog das Trainerteam ihre erste Auszeit. Bis zur Halbzeit kämpften sich die Anzinger trotz eines verworfenen Strafwurfs wieder etwas heran und gingen dank eines von Fiedler gehaltenen 7 Meters kurz vor der Halbzeit mit einem 12:10 Rückstand in die Pause.
Ob die Halbzeitansprache ebenso fachlich durchdacht war wie die bisherigen Äußerungen der Trainer, ist nicht übermittelt. Offenbar hielten aber entweder Stimme oder Konzentration nicht lange durch, sodass sich die Mannschaften schon bald wieder auf dem Feld trafen. Während der TSVV bereits startbereit am eigenen Kreis stand, nahmen sich die Gäste zumindest noch die verbleibenden Minuten der Halbzeitpause zum Verschnaufen. Im zweiten Spielabschnitt zeigte sich die Anzinger Deckung deutlich beweglicher und noch motivierter, keine klaren Abschlüsse über das Zentrum zuzulassen – mit Erfolg. Fabian Fiedler entschärfte die harmlosen Rückraumwürfe ausnahmslos und im Angriff wurden die anwesenden Zuschauer Zeugen der Jordan-Wörner-Show. Der Capitano bewegte sich wieselflink durch den gegnerischen Mittelblock und wurde mehrmals fein von Nikolaus Jordan bedient. Zwischendurch markierte auch Ex-Vogel Malecki noch sein obligatorisches Tor in der ehemaligen Heimat. So wurde das Spiel von 13:11 auf 15:18 gedreht und man merkte den jungen Vögeln an, dass ihre Flügelchen nun deutlich nervöser flatterten als noch in Halbzeit eins. Nach einer Auszeit konnten die Gastgeber wieder zum 19:19 aufschließen und das Spiel war bis zum Stand von 22:22 in der 55. Minute sehr knapp. Dann sprang Sebastian Dengler von halbrechts durch eine Lücke in der gegnerischen Abwehr, wurde dabei allerdings zum wiederholten Male sehr unsanft von einem Verteidiger aus der Balance gebracht. Sein unkontrollierter Wurf traf den gegnerischen Torhüter am Kopf und beide Spieler gingen zu Boden. Dengler konnte – anders als sein Gegenüber – weiterspielen (Anm. d. Red.: Gute Besserung an den Torhüter!), der Verteidiger erhielt eine Zeitstrafe und Tobias Köglmeier, der so schnell er konnte aufs Spielfeld geeilt war, wurde vom Schiedsrichtergespann noch für seine zu emotionale Beschwerde über das grobe Foulspiel verwarnt. Nachdem sich alle wieder gesammelt hatten, verwandelte Chris „Tzokko“ Mayer den fünften seiner sechs Strafwürfe zur erneuten Führung und Dengler erhöhte noch vor Ablauf der Zeitstrafe auf 22:24. Im nächsten Angriff der Anzinger sollte Christoph S. M. erneut zum Wurf gebracht werden, was der Vaterstettener Verteidiger nur unter Einsatz seines Fußes verhindern konnte. Folgerichtig fand sich Anzing erneut in Überzahl wieder und zog durch C. Schoko M. auf drei Tore davon. Nach dem 23:25 erhöhte für die Deckung völlig überraschend C. S. Mayer durch einen ähnlichen Spielzug erneut auf 23:26. Vaterstetten gab sich allerdings nicht auf und erzielte eine Minute vor Schluss das 24:26. Die Löwen spielten die Überzahl gekonnt aus, allerdings zog Dominik Langer in bester Alfred-Gislason-Manier sein Timeout, als Felix „Muskel“ Muck gerade zum Wurf ansetzte. Letzterer hatte die Situation blitzschnell erkannt und strengte sich beim Torwurf gar nicht mehr richtig an, weshalb es auch unwichtig wäre, in diesem Bericht zu erwähnen, ob er gehalten wurde oder nicht. Bei zwei Toren Führung und noch 40 Sekunden zu spielen konzentrierten sich die Anzinger Löwen nochmal auf einen sicheren Angriff und Nikolaus Jordan erlöste sein Team mit der endgültigen Entscheidung, dem Tor zum 24:27. Der Vaterstettener Torschütze zum 25:27 bejubelte seinen Treffer angesichts der Spielphase ungewöhnlich laut, das Spiel endete kurz darauf mit gleichbleibendem Ergebnis und noch lauterem Jubel der Anzinger Spieler und Fans.
Mit diesem Sieg erklomm die Anzinger Dritte erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze. Leider gewann Traunstein am selben Tag noch ein Spiel und zog mit einem absolvierten Spiel mehr wieder an den Löwen vorbei. Trotz eines durch BOL-Verpflichtungen dezimierten Kaders präsentiert sich Anzings wahre Liebe weiter kämpferisch und möchte die Serie am kommenden Sonntag, den 15.02., um 16:00 Uhr in der heimischen Löwenhöhle gegen den TSV Trudering fortsetzen. Die Mannschaft freut sich auf viele Fans und ein Wiedersehen mit zwei bekannten Vaterstettener Gesichtern an der Pfeife. Nach dem Spiel trifft die Anzinger Zweite mit freundlicher Unterstützung der Dritten auf den TSV Forstenried. Einem unterhaltsamen Handballtag in Anzing steht also nichts im Wege.
Spieler und Tore:
Fiedler (25 Gegentore), Mögel (0 Gegentore); Muck (1 Tor), Wörner (5), Dengler (3), Kummer (1), Malecki (1), Cvijetic, Mayer (8/5), Modl, Schoof, Haas, Jordan (8)
Stimmen zum Spiel:
Nick Jordan am Vorabend: "Wir sind am Arsch, die hat grade zwei rohe Eier geholt!"
Spielvorbereitung zwischen Carno und Hasi: „Ich würd noch ein türkisches Actimel nehmen“ – „Auch mit alles?“ – „Bisschen scharf“
Felix Muck zur Szene in der 60. Minute: „Hätte mich die Sirene nicht komplett aus dem Konzept gebracht, hätte ich den Wurf natürlich eiskalt verwandelt – ist doch klar!“