13 Feb
Löwen-Dritte schlägt Vögel-Erste
Anzings wahre Liebe erkämpft sich nächsten Derbysieg
06 Feb
SV Anzing III - TSV EBE Forst United II 38:27
Klarer Derbysieg nach verpatzter erster Halbzeit
Am vergangenen Sonntag war ganz Handball-Deutschland in freudiger Erwartung auf das Highlightspiel des Tages: Der TSV EBE Forst United 2 war bei der Anzinger Dritten zu Gast. Das Derby, was aufgrund der vielen Verbindungen zwischen den Mannschaften einen sehr freundschaftlichen Charakter trug, zog die Massen zum Anwurf um 16:00 Uhr in die Halle. Coach Dominik Langer vermisste in diesem Trubel lediglich zum wiederholten Male die Rückraumspieler in seinem Kader und füllte diesen panisch mit Links- und Rechtsaußen auf, um im Spielverlauf kreativ und flexibel reagieren zu können. Der leider nicht spielfähige Carno „Moritz“ Haas war sich nicht zu schade, mit all seinen verbliebenen 9,5 Fingern (oder waren es jetzt nur noch 9,25?) in die Tasten zu hauen und das Spiel als Sekretär zu begleiten, während das Schiedsrichterduo Gürsel-Bohm in ihrer gewohnt freundlichen, aber bestimmten Art das Aufeinandertreffen des besten Angriffs (EBE) und der besten Abwehr (SVA) der Liga eröffneten.
Nachdem er sich noch, um Eindruck zu schinden, mit dem restlichen Team warmgelaufen hatte (Anm. d. Red.: wohlgemerkt quer zwischen den Seitenauslinien, was für außerordentliche Bestürzung bei allen Anwesenden sorgte), verzichteten die Gäste im Spiel auf ihren Topscorer Fabian „Schubidu“ Schuhbauer, der lediglich als Trainer auf der Bank Platz nahm. Man sollte meinen, dass die Aufgabe für die Anzinger Abwehr dadurch leichter werden sollte. Die gezeigte Leistung der offensichtlich äußerst uneingespielten Zusammensetzung in der Defensive war jedoch an diesem Tag gleichzusetzen mit den Millionen AwL-Followern auf instagram (Anm. d. Red.: nicht vorhanden), Henri „Butterfinger“ Lücks Fangkünsten (unterirdisch) oder Chris „Tzokko“ Mayers 7m-Quote (deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben). Da auch die Ebersberger Reserve nicht für ihre Abwehrkünste berühmt sind, entwickelte sich ein fröhliches Torewerfen auf beiden Seiten. Zwar streuten die Keeper auf beiden Seiten immer mal wieder einzelne Paraden ein, allerdings kamen in der Fülle so viele Bälle auf sie zu, dass Paul „Felix“ Mögel trotz (oder genau wegen) seines zuvor genossenen Blue Wave Zero (Anm. d. Red.: klarer Fehlkauf) völlig dehydriert und abgekämpft im Anzinger Tor stand und zusehen musste, wie seine Mannschaft nach einem 4-Tore-Vorsprung (9:5) auf einmal 2 Tore hinten lag (12:14). Die Mannschaft war wohl zu fokussiert auf Ottobeuren-Schreck Marco B. im Ebersberger Trikot, dass sich im Zentrum viel zu große Lücken auftaten, die ohne Block-Monster Jonas May, der nach seiner Entwicklung zum Innenblockspieler mittlerweile zu Höherem berufen wurde, nicht zu füllen waren. Auch der Einsatz von H2-MVP BenediCt Harder wurde schmerzlich vermisst, da Aggressive Leader Felix „Muskel“ Muck im heutigen Duell eher einem knuddeligen Löwenwelpen glich. Nach dem schnellen Ausgleich konnte sich erstmal keine der beiden Mannschaften absetzen, sodass es mit 19:19 in die Halbzeit ging.
In der Kabine hatte das Trainer-Quartett wenig lobende Worte für die Leistung in der ersten Halbzeit übrig und forderte deutlich mehr Einsatz in der Defensive und das Abstellen einfacher Fehler und Unkonzentriertheiten.
Zum ersten Mal am heutigen Tag wurden die Worte von draußen auch tatsächlich umgesetzt. Die Rot-Schwarzen waren nun deutlich aktiver in der Abwehr, unterstützten den wieder zu Kräften gekommenen Paul Mögel im Tor und zogen durch einen Hattrick des heutigen Toptorschützen Nikolaus Jordan davon. Die drei Tore Vorsprung konnten nun auch weitestgehend gehalten werden, sodass man erstmals das Gefühl hatte, Anzings wahre Liebe könnte das Spiel souverän zu Ende spielen. Allerdings schwanden mittlerweile bei einigen Spielern die Kräfte und trotz des starken Einsatzes der H2-Leihgabe David „Angie“ Cvijetic war Löwendompteur Langer nun gezwungen, Linksaußen Julius Weindl in den Rückraum zu stellen. Dieser schien sich tatsächlich dunkel an die Jugendzeiten zu erinnern, als er sich schon einmal auf dieser Position wiedergefunden hatte, weshalb der Spielfluss dadurch nicht abbrach. 15 Minuten vor Schluss nahmen die Gäste beim Stand von 29:25 ihr Timeout. Nachdem Paul Mögel mit weiteren Paraden die letzten Blue Wave Reserven aufgebraucht hatte, übernahm Robin Schmid im Anzinger Tor – wie sich herausstellen sollte eine goldrichtige Entscheidung. Er vernagelte sein Gehäuse als würde er Alfred Gislason zeigen wollen, dass er besser ihn hätte nominieren sollen, und vereitelte sämtliche klare Torchancen der Gäste. Gleichzeitig traf Nikolaus „Air“ Jordan weiter und Julius „Juri“ Weindl veredelte seine Leistung mit einem Traumtor nach Spinmove von Rückraum Links. Beim Stand von 32:25 verletzte sich leider der Ebersberger Torwart unglücklich bei einer Rettungstat und konnte im restlichen Spiel nicht mehr mitwirken (Anm. d. Red.: Gute Besserung an dieser Stelle!). Daher schickten die Gäste in seinem ersten Spiel für die Mannschaft ihren Rückraumshooter Luka-Ben Truchard auch noch ins Tor. Immerhin fühlte er sich durch die Suspensoriums-Leihgabe von Felix Mögel an den wichtigsten Stellen geschützt. Er strahlte dennoch so viel Unsicherheit aus, dass sich Nikolaus Jordan erbarmte und ihm gleich im ersten Angriff durch einen Rückraumwurf die erste Parade und damit wertvolles Selbstvertrauen schenkte. Weniger rücksichtsvoll zeigte sich Christoph Mayer, der sich die Chance nicht entgehen lassen wollte, seine Strafwurf-Quote gegen einen unerfahrenen Keeper zumindest ein wenig aufzubessern. Während all dieser Ereignisse fragte sich Robin „Wolff“ Schmid, wieso sein Torwartkollege zuvor so häufig hinter sich gegriffen hatte. Es dauerte bis zu 56. Spielminute, bis die Ebersberger Gäste ihn zum ersten Mal überwinden konnten. Beim Stand von 34:26 war das Spiel bereits endgültig entschieden und alle Beteiligten wollten keine weiteren Unterbrechungen riskieren, um die deutsche Nationalmannschaft im zweitwichtigsten Spiel des Tages live ansehen zu können. Leider blieb Stefan Modl nach einem Einläufer der erste Saisontreffer verwehrt, da der Ersatzkeeper seinen verdeckten Unterarmwurf stark parierte. In der letzten Minute hatte Ebersbergs Trainerfuchs Schuhbauer allerdings noch eine Überraschung im Ärmel und schickte im Angriff 7 Feldspieler aufs Feld. Sein Torwart hatte zu diesem Zeitpunkt wohl seine neue Rolle schon derart verinnerlicht, dass er ihn für diese Variante nach draußen beorderte, anstatt ihn einfach im Angriff mitspielen zu lassen. So oder so brachte es nicht den gewünschten Erfolg, nach einem Ballverlust schenkten die Anzinger in einer Fairplay-Geste den Ball durch einen missglückten Einwurf zurück und das Spiel endete mit 38:27 für Anzings wahre Liebe.
Im Nachgang revanchierte sich die Dritte für die Ebersberger Gastfreundschaft im Hinspiel und es gab zum EM-Finale ausreichend Pizza und Getränke. Auch die Schiedsrichter blieben nach dem Spiel in der Halle, was die gute Stimmung an diesem Abend perfekt widerspiegelte.
In der kommenden Woche wird es für die Anzinger Dritte allerdings deutlich schwerer. Zur äußerst ungewöhnlichen Zeit um 14:30 Uhr wird am Sonntag, den 8.2., in Vaterstetten das nächste Derby angepfiffen. Hierfür bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung, um den punktgleichen Vaterstettener Vögeln Paroli bieten zu können. Die Mannschaft freut sich über jede Unterstützung im nächsten Landkreisderby.
Spieler und Tore:
Schmid (2 Gegentore), Mögel (25 Gegentore), Muck, Modl, Hagedorn (3), Kummer (2), Winter (3), Leone, Malecki (1), Cvijetic (8), Mayer (4/1), Bergmann, Oellerer, Schoof, Jordan (14), Weindl (3)
Stimmen zum Spiel:
Felix Muck: „Nächstes Mal geh ich vorm Spiel nicht mehr in den Streichelzoo, das tut mir nicht gut.“
Marco Beffa nach dem Spiel zu Nikolaus Jordan: „Du bist n ganz schöner Trash-Talker!“
Nikolaus daraufhin: „Da bin ich ja beruhigt, ich musste mir ja schließlich in der Vergangenheit schon Schlimmeres anhören von dir..."