13 Feb
Löwen-Dritte schlägt Vögel-Erste
Anzings wahre Liebe erkämpft sich nächsten Derbysieg
20 Feb
SV Anzing III - TSV Trudering 37:28
Dritte mit drittem Sieg in Folge
Es war zwar kein Landkreisderby wie die letzten beiden Duelle gegen Ebersberg und Vaterstetten, aber aufgrund der kurzen Entfernung fiel das Spiel der Anzinger Dritten gegen den TSV Trudering definitiv in eine ähnliche Kategorie. Für positive Erinnerungen an das vorherige Wochenende sorgte das Wiedersehen mit dem Vaterstettener Schiedsrichterduo Stumpf/Stumpf, denen man noch in der Vorwoche die Punkte aus dem Vogelkäfig stehlen konnte. Davon war den beiden jedoch nichts anzumerken, sie leiteten die Partie souverän und fair für beide Mannschaften. Da Chefcoach Dominik Langer an diesem Wochenende wichtigen privaten Verpflichtungen im Rheinland nachging, war Tobias Köglmeier für die Mannschaft verantwortlich. Kurz vor dem Treffpunkt waren ihm daher auch argumentativ die Hände gebunden, als Felix "Muskel" Muck - vom Headcoach inspiriert - seine Zusage zurückzog und sich zum Kinderfasching verabschiedete.
So musste er mit ansehen, wie seine Mannschaft ohne ihren Aggressive Leader zu Beginn viele unglückliche Gegentore kassierte, beispielsweise durch Abpraller, die vom Block oder Torwart beim Gegner landeten und im zweiten Versuch verwandelt wurden. Das war der Hauptgrund, wieso sich die Rot-Schwarzen erstmal nicht weiter von den Gästen absetzen konnten. Sinnbildlich für diese erste Halbzeit versuchten Nikolaus Jordan und Timo Stöcker ihren mittlerweile eigentlich etablierten Doppelkempa, der jedoch so ungenau gespielt wurde, dass er eher an Amateur-Volleyball erinnerte und Jordan den Ball am Ende gerade so ins Tor „schmettern“ konnte. So spielte Anzings wahre Liebe insgesamt deutlich unter ihren Möglichkeiten, es reichte aber aus, um den Tabellensiebten auf Abstand zu halten. Nach zwei erfolgreich genutzten Überzahlsituationen stand mit 14:9 die bisher größte Differenz auf der Anzeigetafel, die den gegnerischen Trainer zu seiner ersten Auszeit veranlasste. Im Anschluss zeigte sich die Anzinger Deckung weiter nicht aktiv genug gegen den Truderinger Angriff, weshalb man mehrere Tore aus dem Rückraum kassierte. Beim Stand von 15:12 monierte Köglmeier genau dies in seiner Auszeit. Die Kritik war jedoch sofort wieder vergessen, denn kurz darauf sahen die Zuschauer sicherlich das Highlight der ersten Halbzeit. Timo „Tanzmaus“ Stöcker (ehemals bekannt als „Timo, die flinke Bergziege“), machte seinem Namen vergangener Zeiten alle Ehre, indem er nach einem Ballgewinn in einem atemberaubenden Tempo quer über das ganze Feld sprintete, mit astreinem Basketballerdribbling noch einen Gegenspieler stehen ließ und den Ball im Tor versenkte. Davon geblendet und außerdem geschockt von der Verletzung des bis dahin gut haltenden Fabian Fiedler stellten die Anzinger ihre Angriffsbemühungen leider für die restliche Halbzeit ein. Der eingewechselte Robin Schmid sorgte mit einer 7m-Parade kurz vor der Pause dafür, dass man zumindest noch mit einem Vorsprung von zwei Toren (16:14) in die Kabine ging.
Nach dem Seitenwechsel entfalteten Köglmeiers Worte endlich die erhoffte Wirkung in der Defensive. Der gegnerische Rückraum wurde nun deutlich aktiver und aggressiver angenommen und die Abpraller selbst gesichert. Gegen diese starke Defensive mit Robin Schmid als sicheren Rückhalt fanden die Gäste aus Trudering keine Mittel mehr. Angeführt vom nimmermüden Nick „Air“ (Anm. d. Red.: mit Ausnahme des zuvor erwähnten Kempas) Jordan zogen die Rossoneri trotz einer Gäste-Auszeit beim 25:18 auf zwischenzeitlich elf Tore Vorsprung davon. Der ehemalige Truderinger erzielte an diesem Tag ganze zehn Tore, bevor ihm und weiteren Vielspielern eine verdiente Pause gegeben wurde und die gesamten Wechseloptionen genutzt wurden. So kam auch Routinier Philipp Schoof zum Einsatz, den er nach Einläufer und eiskaltem Abschluss ins untere Eck mit seinem viel umjubelten ersten Saisontor krönte. Etwa zehn Minuten vor Schluss gönnte sich die Löwenreservereserve in ungewohnter Aufstellung nochmal eine kurze Schwächephase. Löwenreserve-Leihgabe David Cvijetic sorgte jedoch mit zwei wichtigen Toren dafür, dass die Gäste nicht näher als sechs Tore herankamen. Mit entspannter Miene verfolgte die Anzinger Bank, wie die Führung bis zum Ende nochmal auf neun Tore ausgebaut werden konnte. Einzelne Spieler, die kurz darauf auch noch für die Zweite Mannschaft eingesetzt werden sollten, nutzten die letzten Minuten, um wertvolle Kraft zu schöpfen. Mit Erfolg: Auf den 37:28 Sieg der Dritten folgte ein fulminantes 45:33 der Zweiten.
Auf diesen erfolgreichen Heimspieltag folgt am kommenden Sonntag gleich der nächste. In umgekehrter Reihenfolge wird am 22.2. um 16:00 Uhr zuerst die Zweite antreten, bevor die Dritte um 18:00 Uhr den ESV Freilassing empfängt. Trotz kreativer Kaderplanung unter der Woche werden hier insgesamt vier Punkte im Kampf um Klassenerhalt bzw. Meisterschaft angepeilt und die Mannschaften freuen sich auf lautstarke Unterstützung von den Rängen.
Spieler und Tore:
Schmid, Fiedler (beide Tor); Wörner (4), Dengler (6), Kummer, Winter (4), Malecki (1), Cvijetic (3), Mayer (4/3), Schoof (1), Stöcker (3), Lück (1), Jordan (10), Weindl
Stimmen zum Spiel:
Nick Jordan in den letzten Spielminuten: „Hey Jungs, wie verhält man sich denn so hier auf der Bank? Ich bin das einfach nicht gewohnt.“
Philipp Schoof: „100% Trefferquote, davon können viele Mitspieler hier nur träumen!“
Timo Stöcker: „Nach reiflicher Überlegung muss ich sagen, das geht mir hier doch zu wild zu auf dem Handballfeld. Ich geh nächste Woche lieber wieder in den Tanzkurs.“