13 Apr
Dritte krönt die Meistersaison
Zweiter Sieg gegen Prien in zwei Wochen – Einspruch zwecklos
19 Mär
TSV Grafing - SV Anzing III 26:33
Dritte gewinnt in Prien und Grafing
Am vergangenen Wochenende erwartete Anzings wahre Liebe ein Spieltag der besonderen Art. Gleich zweimal durfte die Mannschaft zu einem Auswärtsspiel antreten. Das Aufeinandertreffen beim TSV Grafing war das regulär geplante Rückspiel, während man am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison gegen den TuS Prien antrat. Dieses Spiel hätte ursprünglich im Dezember stattfinden sollen, als von Anzinger Seite jedoch bereits zwei Wochen im Voraus angemeldet wurde, dass man aufgrund Spielermangels keine Mannschaft zusammenbekommen würde und um eine Verlegung bat. Aus bis heute ungeklärten Gründen scheiterte damals offenbar die erste Kontaktaufnahme nach Prien. Weitere Nachfragen kamen dann zwar bis zum Chiemsee durch, allerdings schienen die Priener einen volleren Kalender zu haben als Taylor Swift, weshalb sie keinen einzigen Ausweichtermin im Jahr 2026 anbieten konnten und auch generell verlauten ließen, dass sie das Spiel einfach nicht verschieben wollen. Zur großen Überraschung aller Beteiligten stellte man beim Turn- und Sportverein allerdings nach freundlicher Vermittlung durch den BHV plötzlich fest, dass einer der ursprünglich vorgeschlagenen Termine zur Neuansetzung wohl doch geeignet sei und man diesen lieber wahrnehmen wollte als einen Ersatztermin in neutraler Halle.
Voller Vorfreude auf das persönliche Treffen nach all dieser Kommunikation aus der Ferne reiste die Anzinger Dritte also am Samstag Richtung Chiemsee in die Priener Ludwig-Thoma-Halle. Man musste allerdings schnell feststellen, dass die Gastgeber an diesem Tag neben dem Duell mit den Anzinger Löwen noch einen weiteren Kampf austragen wollten - gegen die angesetzten Schiedsrichter. So wurde bereits vor dem Spiel verkündet, dass das gesamte Spiel "zu Trainingszwecken" aufgenommen wird - dazu später mehr...
Im Spiel selbst erwischten die Rot-Schwarzen auf jeden Fall den besseren Start und gingen schnell mit 0:3 in Führung, welche Prien allerdings gleich wieder egalisierte zum 3:3. Dies sollte allerdings der letzte Gleichstand am heutigen Abend sein. Die Löwen zogen durch Jonas May und Christoph Mayer wieder auf 4:7 davon und ließen die Heimmannschaft nie mehr ausgleichen. Das bereits angedeutete Parallelduell war allerdings auch ab der ersten Minute zu erkennen: Nahezu jede Schiedsrichterentscheidung zum Nachteil der Priener wurde lautstark von der Bank kritisiert. Nach dem 8:9 in der 19. Spielminute konnten die Anzinger trotz diverser Ablenkungen und Unterbrechungen einen vorentscheidenden Lauf zum 8:15 starten. Natürlich war man auf Priener Seite mit dieser Entwicklung nicht einverstanden und hatte eine klare Meinung, wer daran Schuld war. Dies hatte eine Verwarnung für die Priener Bank in der 22. und eine Zeitstrafe in der 23. Minute zur Folge. Die erfahrenen Spieler der Dritten ließen sich davon allerdings nicht stören, besonders Chris "Tzokko" Mayer verwandelte in dieser Phase seine Würfe sicher und erzielte acht seiner insgesamt neun Tore in der ersten Halbzeit. Eine Auszeit des TuS Prien in der 26. Minute sollte diesen Anzinger Lauf unterbrechen und sie konnten erstmals seit fast zehn Minuten wieder ein Tor erzielen. Abgesehen davon kann man anhand des Spielberichts nur munkeln, welche taktischen Kniffe im Timeout besprochen wurde, es folgten nämlich zwei weitere Zeitstrafen auf Priener Seite. In der aufgeheizten Stimmung zeigten nun auch die Rossoneri erstmals Nerven und konnten die doppelte Überzahl aufgrund technischer Fehler und ungenauer Würfe nicht wirklich für sich nutzen. Dominik Winter erzielte zwar noch das 9:16, allerdings musste kurz darauf der stark haltende Fabian Fiedler trotz Überzahl seiner Vorderleute nach dem 10:16 ebenfalls hinter sich greifen. Bis zum Halbzeitpfiff sollte kein Tor mehr fallen, allerdings hatte Priens Trainer wohl genug gesehen und holte sich kurz vor der Sirene noch die Disqualifikation von den Schiedsrichtern ab.
Die folgende zweite Halbzeit ist eigentlich keinen weiteren detaillierten Bericht wert. Alle paar Minuten kam es zu Unterbrechungen und Beschwerden gegen das Schiedsrichterduo und nebenbei wurde auch noch ein wenig Handball gespielt. Anzings Löwenreservereserve konnte unter diesen Umständen nicht an die Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen, stand in der Defensive weniger stabil und streute vorne vermehrt technische Fehler, Fehlpässe und Fehlwürfe ein. Da zusätzlich die Überzahlsituationen und die Strafwürfe nicht genutzt wurden, schien es in der Schlussphase tatsächlich noch einmal eng zu werden. Sechs Minuten vor dem Ende war Prien auf drei Tore dran (21:24), doch dann traten die Routiniers Limbrunner, Muck und Winter in hitziger Atmosphäre in den Vordergrund, erzielten wichtige Treffer und sicherten gemeinsam mit der Defensive um Torhüter Fiedler den Auswärtssieg (23:28).
Bei der Besprechung nach dem Spiel konnte man anzweifeln, dass das Spiel zu reinen Trainingszwecken aufgenommen wurde, als die Priener Verantwortlichen mit einiger Verzögerung und einem Zettel mit notierten Zeitstempeln, zu denen die Gastgeber offenbar ungerecht behandelt worden waren, in die Kabine kamen. Der Sieg ist also durch eine noch nicht final beurteilte Einspruchsankündigung der Gastgeber bisher nicht genehmigt, die AwL-Rechtsvertreter rechnen allerdings nicht mit einem Erfolg bei diesem Versuch, das Spielergebnis anzufechten.
Am darauffolgenden Tag reiste die Mannschaft dann mit leicht verändertem Kader und ohne Aggressive Leader Felix "Muskel" Muck, dessen Platzwunde vom Vortag keinen Einsatz zuließ, zum Landkreisderby nach Grafing. Da man die Mannschaft bereits aus vergangenen Testspielen kennt und sich immer gut vertragen hat und außerdem in Grafing bekanntlich nur eine vertraute Stimme von der Tribüne lautstark das Geschehen am Spielfeld kommentiert, erwartete man ein ruhigeres Spiel als noch am Vorabend.
Es dauerte knapp drei Minuten, bis Nikolaus Jordan den ersten Treffer des Spiels markierte. In der Folge taten sich die Anzinger etwas schwer, die offensive Grafinger Deckung zu überspielen. Die Defensive stand dagegen stabil und Robin Schmid parierte einige Bälle, sodass die Löwen trotzdem Tor um Tor davonziehen konnten. Dennoch unzufrieden mit der Angriffsleistung am heutigen Tage nahm das Anzinger Trainerteam beim Stand von 7:12 seine erste Auszeit. Innerhalb der nächsten fünf Minuten wurde der Vorsprung auf 7:15 erhöht, was auch die Grafinger zu ihrem Timeout bewegte. Zur Freude aller Beteiligten erzielte Jonas "Jonny" Gäbler in seinem Saisondebüt für Anzings wahre Liebe auch gleich sein erstes Tor zum 8:16, nachdem er sich in der vergangenen Woche bereits bei der Reserve in der BOL warmgeworfen hatte. Mit 10:17 ging es in die Kabine und trotz der erwähnten Mängel konnte man mit diesem Ergebnis natürlich zufrieden sein.
Die zweite Halbzeit plätscherte in der Folge vor sich hin. Vincenzo "Dottore" Leone erhöhte per Doppelschlag von Rechtsaußen sogar auf 12:20 für seine Löwen. Danach kamen die Grafinger zwar nochmal auf bis zu fünf Tore heran, anders als am Vortag kam jedoch zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Gefahr auf, das Spiel könnte noch einmal kippen. Trotz Vorbelastung nutzten die Anzinger die zweite Welle, um zu einfachen Torerfolgen zu kommen und auch der mittlerweile eingewechselte Paul "Felix" Mögel zeigte sein Können im Tor. So kam es, dass sich beim Zwischenstand von 22:30 acht Minuten vor dem Ende offensichtlich der Großteil der Spieler einig waren, für heute genug geleistet zu haben. Daher entwickelten sich die letzten Minuten nur noch zum Privatduell zwischen Grafings Philipp Mader und AwL-Urgestein Dominik Winter. Das Duell ging 4:3 an den Grafinger, das Spiel endete demnach mit 26:33 für die Anzinger Dritte.
Nach dem Spiel fand sich die Mannschaft im Kreis wieder und wurden von Coach Hasi "Dominik" Langer für die Leistungen am Wochenende gelobt. In diesem Moment starteten die Grafinger Damen ihre Musikbox mit einem Klassiker der Killers, was dazu führte, dass Benedict Harder die dadurch ausgelöste Euphorie später als "magic moment" beschrieb.
Zur Feier des erfolgreichen Doppelspieltags passte das Kabinenfest des Kapitäns Willi "Felix" Wörner natürlich hervorragend ins Bild. Gut gewürzter Käse- und Wurstsalat sorgte bei der Mannschaft für Freud beim Verzehr sowie Leid durch die damit einhergehende Geruchsbelästigung bei der Heimkunft nach dieser Partie.
Da am Sonntag das Verfolgerduell zwischen Traunstein und Vaterstetten unentschieden endete, fehlt Anzings wahrer Liebe nun noch ein Sieg aus den verbleibenden beiden Spielen zur ersten Meisterschaft nach langjähriger Bezirksligazugehörigkeit. Die erste Chance bietet sich am kommenden Samstag, den 21.3., wenn man um 17:15 Uhr beim TuS Traunreut antritt. Die Erfahrung mit Auswärtsspielen im Chiemgau zeigt, dass dies eine herausfordernde Partie werden kann. Die Mannschaft freut sich über jeden Fan, der die Auswärtsreise mit antritt, um die Mannschaft lautstark zu unterstützen.
Spieler und Tore in Prien:
Schmid, Fiedler (beide Tor); Muck (1), Wörner, Dengler (1), Kummer, Winter (3), May (7), Finsterhölzl, Limbrunner (3), Mayer (9/5), Bergmann, Malecki (2), Jordan (1), Harder (1), Stöcker
Spieler und Tore in Grafing:
Schmid, Mögel (beide Tor); Gäbler (3), Wörner (3), Dengler, Kummer (1), Winter (5), May (8/2), Hagedorn (2), Haas, Malecki, Leone (3), Jordan (4), Harder (2), Stöcker (2)
Stimmen zum Spieltagswochenende:
AwL-Rechtsvertreter F. W. und H. L.: "Einspruch? Abgelehnt!"
Paul Mögel: "Dass manche immer noch probieren, den Robin zu überlupfen, lässt mich jedes Mal wieder ratlos zurück."
Bene Harder: "'cause I'm Mr. Briiiiightsiiiide!!"
27 Mär
Meisterschaft und Klassenerhalt am gleichen Wochenende gesichert