29 Okt
Anzings wahre Liebe mit Machtdemonstration gegen HC Inntal
Dritte bringt aufstrebenden Neuling auf den Boden der Tatsachen
03 Nov
TSV Grafing - SV Anzing III 32:39
Zehn starke Minuten reichen zum Sieg
Nachdem die Anzinger Dritte am vergangenen Spieltag noch ein Feuerwerk gegen die Profis vom HC Inntal abgerissen hatte, wurden sie an diesem Wochenende wieder eiskalt in die Realität der Bezirksliga zurückgeholt. An Allerheiligen zur unchristlichen Uhrzeit um 20 Uhr war man in der frostigen Grafinger Halle zu Gast, um das Wochenende erfolgreich abzuschließen.
Alles andere als cool startete Anzings wahre Liebe dann auch ins Spiel. In der schlechtesten ersten Halbzeit der bisherigen Saison verlor man mehrere Bälle beim Prellen oder gerne auch kurz vorm Torwurf. Sollte man es mal zum Abschluss schaffen, scheiterte man teilweise auch noch mit klaren Chancen am gegnerischen Torwart. Anstatt dann zumindest in der Defensive mit vollem Einsatz dagegen zu halten, verharrte man regungslos möglichst nahe am 6m-Kreis und lieferte Torhüter Paul „Felix“ Mögel den unbedrängten Grafinger Abschlüssen völlig aus. Dass die Bärenstädter ihrerseits die schlechteste Abwehr der Liga stellen, war der einzige Grund, weshalb das Ergebnis dennoch weitestgehend ausgeglichen blieb. Dennoch hatte Löwencoach Hasi „Dominik“ Langer nach 15 Minuten genug gesehen und appellierte in seiner Auszeit an seine Spieler, doch bitte aufzuwachen und etwas näher an ihr Potenzial heranzukommen. Da sich die Löwen allerdings mental scheinbar bereits auf dem Weg ins Bett befanden, konnten sie auch im Nachgang nicht weiter als zwei Tore davon ziehen. Die Grafinger Auszeit beim Stand von 15:13 weckte die Rot-Schwarzen immerhin nochmal kurz auf und man zog erstmals auf drei Tore davon. Danach lehnte man sich aber trotz der frostigen Temperaturen wieder gemütlich zurück und konnte nicht einmal eine Überzahl zum eigenen Vorteil nutzen. In der kuriosesten Szene der ersten Hälfte passten sich dann auch noch die Schiedsrichter an das Niveau des Anzinger Spiels an und verweigerten beide die Benutzung ihrer Pfeifen. So kam es, dass Nikolaus Jordan, der klar am Wurfarm gehalten wurde, aber unter Bedrängnis noch einen Wurf aufs Tor herausbekam, den Ball unabsichtlich mit voller Wucht im Gesicht des Grafinger Torhüters platzierte. Anstatt einer Spielunterbrechung für eine progressive Bestrafung für zumindest einen der beteiligten Feldspieler und einen potenziellen Freiwurf oder Strafwurf, blieb es in der Halle mit Ausnahme einzelner gewohnter Ausrufe von der Tribüne still, der Ball ging direkt in die Hände eines Grafinger Spielers im Gegenstoß, der sich auf dem Weg zum Tor noch mehrmals verunsichert umdrehte, ob das Spiel tatsächlich noch läuft und den Ball schlussendlich im Anzinger Tor versenkte. Da bei Grafing weiterhin fast jeder Wurf unbedrängt den Weg ins Tor fand, drehten sie das Ergebnis von 19:16 auf 19:20. Vor der Halbzeit fing sich die Löwenreservereserve doch nochmal kurz und man ging mit einer 21:20 Führung in die Pause.
Entsprechend sprachlos war das Trainerteam in der Halbzeitkabine. Da es in sämtlichen Bereichen Verbesserungsbedarf gab, versuchte man sich auf das zähe Spiel am heutigen Abend einzustellen und wollte diesen Sonntag mit den Qualitäten, die man eigentlich irgendwo versteckt mitbrachte, positiv zu Ende bringen.
Direkt nach dem Wiederanpfiff gelang dieses Vorhaben erst nicht. Nach 36 Minuten stand ein 23:23 auf der Anzeigetafel. Danach folgten zur Freude der Anzinger Fans und des Trainerteams zehn Spielminuten, in denen Anzings wahre Liebe ihr Können aufblitzen ließ, erstmals die Grafinger Werfer aktiv attackierte und somit gemeinsam mit dem nun von der Unterstützung profitierenden Keeper Mögel den Kasten sauber halten konnte. Im Gegenzug stellten die Grafinger ihre Verteidigung im eins gegen eins komplett ein, weshalb Jonas May ein ums andere mal nach einem Haken zur Hand frei durch war und problemlos den Großteil seiner insgesamt 13 Tore erzielen konnte. Zwischendurch durften seine Rückraum-Kollegen Jordan und Harder ebenfalls treffen, was mit Unterbrechung durch eine Grafinger Auszeit im 31:23 durch Kapitän Felix „Wiesel“ Wörner mündete. In der 45. Spielminute hatten die Löwen somit endlich die klaren Verhältnisse geschaffen, die man von Anfang an erwartet hatte. Das Duo May-Mayer auf der linken Seite sammelten noch weiter Tore auf ihrem Konto und erhöhten sogar auf 35:25. Mit der darauffolgenden Zeitstrafe für Kapitän Wörner war es den Löwen dann aber auch wieder genug für den heutigen Abend und man schaltete mehrere Gänge herunter. Dementsprechend kurz lassen sich die letzten zehn Minuten zusammenfassen. Die Gastgeber konnten noch etwas Ergebniskorrektur betreiben, obwohl Mögel den zweiten Strafwurf am heutigen Tag entschärfte und Christoph „Goaßmaßterminator“ Mayer seine eigene Strafwurfquote aufbesserte. Aufgrund mehrerer Unkonzentriertheiten verpassten die Anzinger noch das 40. Tor am heutigen Tag und das Landkreisduell endete 39:32. Mehr Worte sind über dieses Spiel von Anzinger Seite nicht zu verlieren, glücklicherweise konnte man sich auf die in Grafinger Halle bekannte Dauerbeschallung eines bestimmten Edelfans verlassen, sodass es zwar weiterhin kalt, aber in den letzten Minuten zumindest nicht zu ruhig und langweilig blieb.
Nach diesem zähen Pflichtsieg wartet ein spielfreies Wochenende auf die Anzinger Dritte, bevor man es am Samstag, den 14.11, um 20 Uhr mit dem bisher ungeschlagenen TuS Traunreut zu tun bekommt. Die kommenden Gegner haben zwar bisher nur drei Spiele absolviert, werden den Löwen aber voraussichtlich eine gesteigerte Leistung abverlangen. Die Mannschaft freut sich über alle Fans, die zu ungewohnter Anwurfzeit am Samstagabend den Weg in die Löwenhöhle finden. Im Vorspiel für das Topspiel des Abends trifft die Anzinger ERSTE auf den VfL Günzburg und bietet allen AwL-Fans eine gute Gelegenheit zum Warmwerden.
Spieler und Tore:
Mögel (Tor), Wörner (3), Schoof, Leone, May (13), Finsterhölzl, Mayer (8/3), Bergmann (1), Oellerer, Rolka (3), Jordan (8), Harder (2), Lück (1)
Stimmen zum Spiel (diesmal eingefangen von der Grafinger Tribüne):
„ohhh ohhhhhhh“
„Anziiiing Torwaaart Wechseeeel“
„nicht so schneeeeeell“
29 Okt
Dritte bringt aufstrebenden Neuling auf den Boden der Tatsachen